Blutegeltherapie

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DER BLUTEGEL

                                                                    (Hirudo medicinalis)

Die Blutegeltherapie ist eine alte Heilmethode, die, nicht nur in der naturheilkundlichen Medizin, wieder zu einem Bestandteil der medizinischen Versorgung geworden ist. Zu den Wirkstoffen, Wirkungsweisen und Indikationen finden Sie auf dieser Seite genaue Erläuterungen.

 

bullet02_blue.gif  Geschichte:

Die ersten Aufzeichnungen, bezüglich des Einsatzes von Blutegeln in der Medizin, stammen aus dem Zeitraum 1500 vor Christi. Mitte des 19. Jahrhunderts war die Therapie so populär, dass der Blutegel vom Aussterben bedroht war.

Erst in den 80er Jahren nahm das Interesse an den Blutegeln wieder zu. Hierfür war maßgeblich die rekonstruktive Chirurgie verantwortlich. Als das abgerissene Ohr eines kleinen Jungen nur durch ihre Hilfe wieder anwachsen konnte, hatten sie ihre "Approbation" als Heiler und als lebende Apotheken zurück. Seitdem erleben sie eine Renaissance in der Heilkunst.

 

bullet02_blue.gif  Anatomie:

Der medizinische Blutegel ist als Ringelwurm mit dem Regenwurm verwandt. Das Wort Egel stammt übrigens nicht, wie vielleicht naheliegend, von Ekel, sondern leitet sich von dem griechischen Wort "echis" ab, was so viel bedeutet wie kleine Schlange. Er hat einen ovalen Querschnitt, der sich an den beiden Körperenden verjüngt. An beiden Enden befindet sich jeweils ein Saugnapf. Der hintere dient lediglich zum Festhalten. Der Saugnapf vorne beinhaltet die Mundöffnung. Im Mund liegen die drei Kiefer, die ca. 80 Kalkzähnchen haben. Der abgeflachte Körper besteht aus 33 Segmenten. Der Rücken ist dunkelgrün und hat an beiden Seiten je drei braune Längsstreifen.

 

 

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Bildquelle: Firma Zaug

Der Biss eines Blutegels ist kaum schmerzhaft!

Ob zur Schmerzlinderung ein Anästhetikum im Speichel enthalten ist, ist umstritten. Die Bisse werden wie Mückenstiche, ein leichtes Ziehen oder sogar als völlig schmerzfrei beschrieben. Ein im folgenden Verlauf mögliches leichtes Jucken - ähnlich wie bei einem Mückenstich - geht auf histaminähnliche Substanzen zurück. Der Biss ist auch durch die "Bisstechnik" wenig schmerzhaft:

3 sternförmig angeordnete Sägeleisten mit jeweils ca. 80 Kalkzähnchen (siehe Bild oben rechts) raspeln sich vorsichtig durch die Haut, um zum Ziel der Wünsche - dem Blut - zu gelangen. Zwischen den Kalkzähnchen sind Öffnungen, durch die die SALIVA, der Blutegelspeichel, abgegeben wird.

Aufgrund der ziehharmonikaartig gefalteten Haut ist der Egel in der Lage, das 6 - 10-fache seines Volumens aufzunehmen. Das heißt, ein Blutegel saugt je nach Größe zwischen 20 - 50 ml Blut. Ein Nachbluten von der gleichen Volumenmenge ist wichtig und sollte nicht unterbrochen werden.

Das Tier wird direkt an die schmerzhafte oder entzündete Hautstelle "angesetzt".

 

bullet02_blue.gif  Wirkstoffe:

Die moderne Biochemie hat viele Wirksubstanzen und deren Wirkmechanismen im Blutegelspeichel aufgeklärt.

Die SALIVA (Blutegelspeichel) enthält folgende bisher identifizierte Substanzen:

HIRUDIN

    Sorgt lokal für die Hemmung der Blutgerinnung, da es bei dem ca. 30minütigen Saugakt natürlich notwendig ist, die Wunde offen und das Blut fließfähig zu halten. Einer der wohl bekanntesten Wirkstoffe. Ihm wird auch eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Experten vergleichen die Bedeutung des Hirudins sogar mit der des Penicillins, natürlich bei einem völlig anderen Wirkungsspektrum.

CALIN

    Hemmt im gesamten Körper die Blutgerinnung. Calin bewirkt nun im Anschluss an das "schnelle" Hirudin die ca. 2 - 3 h dauernde Reinigung der Wunde durch Nachbluten. Es kommt zu dem bekannten, sanften Aderlass.

HYALURONIDASE

    Nennt man den "Ausbreitungsfaktor", er macht den Weg für die wirksamen und heilsamen Substanzen frei, da er gefäßerweiternd wirkt. Eine wahrscheinlich histaminähnliche Substanz wirkt hierbei gefäßerweiternd: das Blut strömt zu der "gebissenen" Stelle.

EGLINE, BDELLIN, APYRASE, KOLLAGENASE

    Wirken mit unterschiedlichen Mechanismen bei der Gerinnungshemmung mit. Darüber hinaus haben einige dieser Substanzen entzündungshemmende und weitergehende Eigenschaften.

DESTABILASE

    Sorgt für das Auflösen von Blutgerinnseln.

bullet02_blue.gif Wirkungsweisen:

    antiphlogistisch  - antithrombotisch  - lymphstrombeschleunigend  - Verbesserung der Fließeigenschaft des Blutes, insbesondere im venösen Schenkel und Kapillarbereich.

bullet02_blue.gif  Indikationen

        bullet02_blue.gif "Chronische Beschwerden am Bewegungsapparat und Muskeln"

    - Verschleiß der Gelenke (Arthrose)

    - Muskelschmerzen

    - Bandscheibenvorfall

    - Wirbelsäulenbeschwerden

    - Rheuma

    - Verstauchungen, Zerrungen, Prellungen

    - Blutergüsse (hier wirkt direkt die blutgerinnungsauflösende Komponente)

    - Muskelfaserrisse

    - Verhärtungen der Muskulatur (Myogelosen)

     

        bullet02_blue.gif  "Lokale Entzündungen"

    - Gefäßverschlüsse (Thrombose)

    - Venenentzündungen (Thrombophlebitis)

    - Abszess, Furunkel

    - Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)

    - Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

    - Gelenksentzündung (Arthritis)

    - Halsentzündung (Angina)

     

    bullet02_blue.gif  "Durchblutungsstörungen"

    - Traumatologie (abgetrennte Gliedmaßen)

Ich hoffe sehr, dass ich Ihnen den Blutegel ein wenig näher bringen und Sie überzeugen konnte, dass dieses kleine Lebewesen sehr viel leisten kann.

 

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